Als Klaus-Dieter Gassner im Herbst 2019 die Diagnose Bauchfell-Mesotheliom erhielt, schien seine Welt stillzustehen. Zwei Jahre später stand der 81-Jährige wieder im Wettkampfboot – bei der Senioren-Europameisterschaft im slowenischen Bled. Seine Geschichte zeigt eindrucksvoll, welche Möglichkeiten die moderne Krebsmedizin heute bietet – und wie viel der eigene Wille bewirken kann.

Ein Zufallsbefund mit weitreichenden Folgen

Eigentlich plagten den langjährigen Ruderer des RHTC Rheine nur Nierensteine. Doch bei den damit verbundenen Voruntersuchungen stellten die Ärzte eine ungewöhnlich große Flüssigkeitsansammlung im Bauchraum fest – in der Spitze bis zu vier Liter. Die anschließende genauere Diagnostik brachte den eigentlichen Grund ans Licht: ein Bauchfell-Mesotheliom, eine seltene und schwer behandelbare Form von Bauchfellkrebs (Peritonealkarzinose).

Für Gassner, der seit über sechs Jahrzehnten aktiv ruderte, war die Nachricht ein Schock. Auf die Frage, ob er jemals wieder Sport treiben könne, gab sein behandelnder Arzt ihm zunächst keine Hoffnung.

Der Weg zur PIPAC-Therapie

Nach ersten Chemotherapie-Zyklen in seiner Heimat erfuhr Gassner über einen familiären Kontakt von einem Spezialisten in Dortmund: Prof. Dr. Jürgen Zieren, der die innovative PIPAC-Methode (Pressurized IntraPeritoneal Aerosol Chemotherapy) mitentwickelt hat.

Die Rheiner Onkologie unterstützte Gassner aktiv dabei, in das Behandlungsprogramm des Spezialisten aufgenommen zu werden, und koordinierte die gesamte Therapie. Im Dezember 2019 erhielt er die erste PIPAC-Behandlung.

Was ist die PIPAC-Therapie?

Bei der PIPAC wird ein Chemotherapeutikum minimalinvasiv als feiner Nebel direkt in die Bauchhöhle eingebracht. Durch den gezielten Druck dringt der Wirkstoff tief in das Tumorgewebe ein – bei deutlich geringerer Dosierung und weniger Nebenwirkungen als bei einer systemischen Chemotherapie.

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Eiserne Disziplin und unbändiger Wille

Was Gassner von vielen Patienten unterscheidet, ist sein bemerkenswerter Kampfgeist. Nur vier Stunden nach seiner ersten Operation lief er bereits die 160 Treppenstufen vom siebten Stockwerk hinunter und wieder hinauf. Sein Bett nutzte er nach eigener Aussage nur zum Schlafen.

Diese außergewöhnliche Disziplin half ihm, die Behandlungsphase nicht nur zu überstehen, sondern gestärkt daraus hervorzugehen. Zwei Jahre nach seiner Diagnose brachte er wieder ein Wettkampfgewicht von über 99 Kilogramm auf die Waage und fühlte sich bereit für neue sportliche Herausforderungen.

Comeback bei der Senioren-Europameisterschaft

Im September 2021 reiste Gassner mit dem Nachtzug von Hannover über München und Ljubljana ins slowenische Bled, um an der Senioren-Europameisterschaft im Rudern teilzunehmen. Gemeinsam mit sieben weiteren Routiniers aus Hamburg, Frankfurt, Dresden und einem polnischen Teamkollegen bildete er die Achter-Crew.

Obwohl er in der Altersklasse Ü80 startberechtigt war, entschied sich die Mannschaft bewusst für die jüngere und stärker besetzte Ü75-Klasse – darunter auch ein ehemaliger Schlagmann des Deutschland-Achters und dreifacher deutscher Meister. Für Gassner, den geborenen Wettkämpfer, war das keine Frage: Nach 65 Jahren im Ruderboot steigt man nicht einfach aus.

Eine Botschaft, die Mut macht

Gassner trägt seine Geschichte nicht als Trophäe vor sich her. Was ihn antreibt, ist der Wunsch, anderen Betroffenen Mut zu machen. Seine zentrale Botschaft:

„Ich kokettiere nicht mit der Krankheit, aber ich würde mich sehr freuen, wenn ähnlich Betroffene nicht verzweifeln. Es gibt immer einen Weg!" Klaus-Dieter Gassner, PIPAC-Patient

Die Geschichte von Klaus-Dieter Gassner verdeutlicht eindrücklich: Eine Diagnose wie Bauchfellkrebs bedeutet nicht das Ende aller Möglichkeiten. Dank innovativer Behandlungsverfahren wie der PIPAC-Therapie, erfahrener Spezialisten und dem eigenen Willen können Patienten Lebensqualität zurückgewinnen – und manchmal sogar Außergewöhnliches leisten.

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Am Deutschen PIPAC-Zentrum beraten wir Sie individuell und ausführlich zu Ihren Behandlungsmöglichkeiten bei Bauchfellkrebs. Prof. Dr. Zieren und sein Team nehmen sich persönlich Zeit für Ihr Anliegen – einfühlsam, kompetent und auf dem neuesten Stand der Wissenschaft.

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